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Dietrich Stalmann





„…lodernde Farbigkeit ist meine Botschaft…“

„All meinen Bildern liegt die Erhöhung des Themas ‚Mensch’ zugrunde“, sagt der Maler Dietrich Stalmann. Ruhig, überlegt und nachdenklich spricht Stalmann über seine künstlerische Idee und verrät damit so viel über sich selbst: „Dieses Menschenbild entspricht auch meinem Empfinden.“ Die Entscheidung Künstler zu werden, entwickelte sich bei Stalmann über lange Jahre hinweg. Er spricht davon wie von einem Reifeprozess, bei dem er nach und nach gelernt hat, die Umwelt mit den Augen eines Malers zu sehen. „Man muss sich auf Licht- und Farbeindrücke einlassen können…“.

Eine besondere Bedeutung nimmt für Stalmann in diesem Zusammenhang das Land Ägypten ein. Mit Freunden aus dem Münchner Atelier Ernst kam Stalmann zum Beispiel häufig nach Kairo, wo er viele Eindrücke sammelte. „Was den Menschen auf Erden umgibt, ist dort elementar erlebbar.“ Die auslaufende Stadt, die heißen Steine und Mauern der Häuser, die Wüste und dann der Grüngürtel um den Nil herum, das Wasser. Über die Jahre hat Stalmann viele Kontakte und Freundschaften nach Ägypten geknüpft und stellt dort auch regelmäßig aus.




Einen Schwerpunkt des Werkes Dietrich Stalmanns bilden seine Gemälde in Mixed-Media-Technik. Mit Fotolasur und leuchtendem Acryl in leidenschaftlichem Pinselschwung bemalt Dietrich Stalmann Fotografien auf großformatigem, auf Leinwand aufgezogenem Papier. Es klingt kurios. Doch tatsächlich werden viele Aspekte der Schwarz-Weiß-Fotografien besser sichtbar und erfahrbar, indem das Bild farbig gestaltet wird. Teilweise sind Stellen verdeckt. Dadurch treten andere frei gelassene Flächen stärker hervor.

Auf diese Weise erhält die Fotografie sowie die fotografierte Wirklichkeit eine neue Semantik. Am beeindruckendsten ist Stalmann diese Bedeutungsverschiebung bei vielen Gemälden gelungen, die Motive der religiösen und kirchlichen Kunstgeschichte zeigen. So etwa bei dem Werk „Bernhard Lichtenberg – Existenz und Lichtwerdung“ (1996, St. Hedwig, Bernhard-Lichtenberg-Haus Berlin), bei den Bildern „Himmlischer Christus“ und „Das Abendmahl“ (1998, Friedenskirche Kassel) oder beim Altargemälde der „Bilderwand“, die sich dem Heiligen Georg und dem Thema Verkündung widmet (2002, Pfarrkirche St. Georg München-Milbertshofen). Die Werke laden nicht zuletzt durch ihre farblich-lodernde Verschleierung zur Meditation ein.

Die Farben lassen zum einen eine rein emotionale Lesart zu, wobei dunkle Stellen eher nachdenklich und helle Flächen eher freudig stimmen. Zum anderen folgen die Farben auch der traditionellen Symbolik der Ikonenmalerei. Dabei steht Weiß, als die Farbe, die dem Morgenlicht vorangeht, für die Ankündigung des Lebens, die Geburt. Blau hingegen symbolisiert Glaube, Treue und Erlösung. Wobei Rot als die Farbe des Menschen die Liebe und das Leid vertritt.

Doch Stalmann widmet sich keineswegs nur religiös-kirchlichen Motiven. Eine Reihe von Bildern lenkt den Blick auf Ägypten, auf Motive der Antike Alexandrias und Kairos. In zahlreichen Werken befasst sich Stalmann mit Berliner Stadtansichten. Auch hier führt die Mixed-Media-Technik zu einer neuen Sichtweise. Die vermeintlich vertraute, alt bekannte städtische Umgebung erscheint nachdenklicher und lässt Neues entdecken.

Ein anderer Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens ist die Malerei in Acryl-Mischtechnik auf Leinwand zum Thema ‚Mensch’. Die Motive sind große Gesichter oder Körper. Die menschlichen Figuren sind häufig zu Gruppen angeordnet. Die Gruppen sind in Bewegung, sie gehen zusammen oder driften auseinander. Der im Gemälde festgehaltene Moment entspricht dann einer mehr oder weniger abstrakten Szenerie, die meistens auch den Denkanstoß zum Bild-Titel liefert: Das im Hintergrund mit viel Gelb und Blau gestaltete Gemälde „Sahara I“ (2005) zeigt im Vordergrund eine Zweiergruppe, deren beide Figuren sich wie zögernd einander zu nähern scheinen. Das Bild trägt deshalb den Titel „Der verlorene Sohn kehrt zurück“. Das Gemälde „Sahara II“ (2005) wiederum bezieht sich auf die „Vertreibung aus dem Paradies“.

Besonders große farbliche Dynamik hat Stalmann mit den beiden Gemälden „Mamoura“ entwickelt, die sich mit dem Thema ‚Wasser’ auseinandersetzen. „Mamoura“ ist ein Stadtteil Alexandrias und zugleich der Name eines paradiesischen Ortes, an dem Menschen glücklich leben und alles haben. Im übertragenen Sinne eine Hommage Stalmanns an das Wasser als Quelle des Lebens und an die Farbe Blau.




Geboren wurde Dietrich Stalmann 1961 in Duisburg. Er wuchs im bayerischen Neuburg an der Donau auf.

Dietrich Stalmann zog 1982 nach Würzburg zum Studium der Kunstgeschichte. Vom universitären, wissenschaftlichen und rein theoretischen Umgang mit der Kunst ernüchtert orientierte sich Stalmann schon bald an praktischen, künstlerischen Aufgaben. Von 1984 bis 1990 absolvierte er deshalb eine Ausbildung zum „Restaurator für gefasste Skulptur und Gemälde“ im Münchener Atelier Rolf-Gerhard Ernst.

Während dieser Zeit intensivierte Stalmann seine Leidenschaft für das Malen. Er nahm an Exkursionen der Kunstakademie Kassel teil, besuchte vertiefende Seminare, konzentrierte sich aufs Malen und Zeichnen. In diesen Jahren festigte sich Stalmanns künstlerisches Thema, das wiederholt um eine Kernfrage der Moderne kreist: Wie lässt sich die originale Aussagekraft abendländischer Kultbilder neu beleben?

Zahlreiche öffentliche Aufträge – begleitet von zustimmender wie kritischer Resonanz des Publikums – sowie Ankäufe von privaten Sammlern bestätigten Dietrich Stalmann, künstlerisch auf dem richtigen Weg zu sein. Seit 1991 lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler sowohl in München als auch in Berlin. Die Gemälde entstehen in seinem Berliner Atelier in Kreuzberg.




Einzelausstellungen
1991
München, Galerie am Harras
1993
Kassel, Galerie I
1995
Athen, Griechenland Roxanes-Gallery
1996
Kairo, Ägypten, Opera Art Gallery Kultusministerium
1997
Cottbus, Schloss Branitz
1997
Radolfzell, Galerie avant art
1998
Kairo, Ägypten Opera Art Gallery Kultusministerium
2000
Berlin, Schloss Britz „Lichtspuren Hymnen Berlin-Kairo“
2001
Berlin, Parochialkirche „AURA-Gelobtes Land“
2002
Kairo, Ägypten Opera Art Gallery Kultusministerium
2004
Kairo, Ägypten Opera Art Gallery
2005
Kultusministeriu
2005
Berlin, Parochialkirche „Lichte, Energien, Hymnen“


Gruppenausstellungen
1994
München, Erwin-von-Kreibig-Museum
1998
München, Bürgerhaus Pullach
1999
Berlin, Martin-Gropius-Bau Teilnahme an der Ausstellung „50 Jahre Deutschland“
1999
Berlin, Akademie der Künste „20 Jahre Gartendenkmalpflege“
1999/
München, Erwin-von-Kreibig-Museum
2000
Nymphenburger Kunstausstellung
2000/
Berlin. Museum Mitte
2001
Palais am Festungsgraben „Das Reiterstandbild Friedrich II.“
2001
München, Erwin-von-Kreibig-Museum Nymphenburger Kunstausstellung
2002
München, Erwin-von-Kreibig-Museum Nymphenburger Kunstausstellung
2003
Berlin, Marienkirche am Alexanderplatz „Ave Maria“
2003
Halle, Kunsthalle Villa Kobe „Der Augenblick ist Ewigkeit“
2005
Brandenburg, Kunsthalle Brennabor „Der Himmel auf Erden?“
2005
Beeskow, Evangelische St. Marienkirche „Der Himmel auf Erden?“
2006
Kassel, Christuskirche „Der Himmel auf Erden?“



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